Sonntag, 19. April 2015

Zivile Seenotrettung jetzt!

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/politik/fluechtlingspolitik-du-sollst-nicht-toeten-1.2439653

Die entsetzlichen Meldungen der letzten Tage überschlagen sich: Seit dem vergangenen Wochenende starben mindestens 450 Flüchtlinge beim Versuch, den gefährlichen Weg über das Mittelmeer nach Europa zu bestreiten. Gestern ertranken wieder fast 700 Menschen. Das sind 1150 Tote in nur eine Woche. Fakt ist, dass allein in diesem Jahr mehr als 1600 Flüchtlinge beim Überqueren des Mittelmeers ums Leben gekommen sind. Fakt ist, dass seit dem Jahr 2000 wahrscheinlich über 23.000 Flüchtlinge an den EU-Außengrenzen gestorben sind. Fakt ist, dass die aktuelle EU-Flüchtlingspolitik tötet!
Die Europäische Union gilt als das größte Friedensprojekt der Menschheit. Doch der Umgang mit Flüchtlingen, der in der EU gepflegt wird, tritt die europäische Idee mit Füßen, wie Heribert Prantl in einem exzellenten Kommentar in der Süddeutschen Zeitung darlegt. Eine EU, die Flüchtlinge an ihren Grenzen ertrinken lässt, keine legalen Einreisewege schaffen will und mit der Dublin-III-Verordnung Flüchtlinge kriminalisiert, hat den Friedensnobelpreis nicht verdient.
Eine zivile Seenotrettung, finanziert von der EU, muss endlich aufgebaut werden. Die Frontex-Operation "Triton", die Europa nur noch mehr abschottet, muss beendet werden. Doch leider nimmt die Bundesregierung flüchtlingspolitisch eine Hardlinerposition ein. Bundesinnenminister Thomas de Maizière lehnt eine EU-Seenotrettung ab, denn sie sei ein Geschäft für Schlepper.
Bitte folgt dem Aufruf von PRO ASYL, damit die unterlassene Hilfeleistung der EU gestoppt wird. Schon hunderte Male haben wir gehört, dass es unsere humanitäre Pflicht ist, Flüchtlingen zu helfen, und das Sterben an den EU-Grenzen ein Ende haben muss. Getan hat sich seitdem nichts.

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